Donnerstag, 9. September 2021

Tag 47: Ab durch den Wald

Montabaur Nassau
(25,4 km - 340 Hm auf - 500 Hm ab)

Am Vorabend hatte ich am hübschen Marktplatz von Montabaur noch zu Abend gegessen, heute am Morgen geht es dann wieder mit dem Rucksack auf dem Buckel durch die Fußgängerzone hier vorbei.

Die Cafes sind bereits am Mittwoch Vormittag gut besucht. Die Leute nutzen und genießen augenscheinlich das traumhafte Spätsommerwetter.


Auch dieses Pumps-Modell mit allerlei Sprüchen zu Füßen und dem Gehen kann ich im Vorbeigehen noch bewundern:


Besonders gut gefallen haben mir dabei:

1. "Kauf dir die besten Schuhe - keiner weiß, wie lang der Weg ist."
Stimmt. Angelehnt an die Antwort von Administratoren zum Hauptspeicherbedarf von Datenbanksystemen: LÄNGER.

2. "Es sind nicht unsere Füße, die uns bewegen, es ist unser Denken."
Jawohl: Ohne Idee/Plan, keine großen Touren und bei den Touren bewegt einen dann auch noch das Denken, weil der Kopf beim Gehen so herrlich frei wird.

3. "Es stolpern mehr Menschen über ihre Zunge als über ihre Füße."
Muß ich da jetzt aktuell (Stichwort: Politik) noch etwas dazu sagen ?

4. "Sobald sich meine Beine bewegen, beginnen meine Gedanken zu fließen."
Jo, dabei kommen mir immer die absurdesten Ideen für die täglichen Blog-Einträge.

5. "Wer die Welt bewegen will, sollte erstmal sich selbst bewegen."
OK, ich arbeite (gerade) daran...


Bereits ein Sträßchen und wenige Meter nach Verlassen der Fußgängerzone geht es durch parkähnliche Anlagen raus ins Grüne.


Der Weg aus Montabaur ist damit DEUTLICH schöner als die Route in die Stadt am Tag zuvor.

Besonders angetan hat es mir der kilometerlange Fußweg durch den Wald direkt an einem Bach entlang.


Wald ist auch schon das Stichwort: Bis kurz vor dem Tagesziel in Nassau an der Lahn werde ich außer durch das verhexte Örtchen Welschneudorf außer Bäumen heute nicht viel sehen.

Es dominieren ganz stark Buchen, die überwiegend auch schon etliche Jahre auf dem Buckel haben und teilweise auch nicht davor halt machen, Schilder zu fressen:


Ab und an ein paar lichte Fichten-Gedenk-Abschnitte.



Kurz danach dann wieder traumahfter Buchenwald: 


Ein paar Mutter-Kind-Grüppchen dann am Ortsausgang von Welschneudorf:


Außerdem noch recht eigenwillige Spezialverkehrszeichen, wobei es für mich IN den Wald und nicht den Fuß-Reiter-Weg am Rand entlang geht: 


Heute dürfte mit über 25°C auch der wärmste Tag der bisherigen Tour sein, aber das merkt man ja nur kurz, wenn der Wald mal weniger dicht ist.


Die Kreuzeiche (Hinweis an die Wanderführer-Schreiberlinge unter uns: Wegpunkt einige hundert Meter und eine Kreuzung zu früh !) enthält (im wahrsten Sinne des Wortes) ein Kuriosum am Weg:

Als Dank vor Errettung vor dem Bösen (ob Unwetter oder Räuber, darüber ist sich die Überlieferung nicht mehr sicher) wurde an der Eiche ein 70 Zentimeter hohes Kreuz aufgehängt.

Viel ist davon wegen der einnehmenden Art des knorrigen alten Baumes jedoch nicht mehr zu erkennen:


Unangenehm sind die knapp zwei Kilometer, die ich an der kurvigen Kreisstraße durch den Wald zurücklegen muß, bevor es hier am Ende des Fotos geradeaus wieder auf einen Forstweg geht:  


Die Fahrer sind durch den Wald recht flott unterwegs und wegen der Kurven und des dämmrigen Lichts, kann man sich nicht so richtig sicher sein, rechtzeitig gesehen zu werden.
In den Linkskurven marschiere ich somit nahezu in der MItte der linken Fahrbahn, um möglichst früh gesehen zu werden und ggf. noch Platz zum Ausweichen zu haben.

Nachdem dies hier zu lesen ist, habe ich wohl überlebt ;-)

Erst direkt oberhalb des Lahntals wird der Waldrand erreicht. 


Recht steil führt dann ein Pfad durch (teils morsche) Eichenbestände hinab gen Stadt.


Ein Blick über Nassau unten am Fluß und ein Vorgeschmack auf die nächsten Übernachtungen, die auf Seehöhen von nur noch um die 100 Meter ü.NN liegen, so tief wie seit Lemgo (zu Beginn meines diesjährigen Abschnitts) nicht mehr:


Nassau selbst ist im Zentrum recht malerisch mit Fachwerkhäusern und einem Schloß.


Begegnungen:

- älterer Herr mit Tochter und Enkeln


4 Kommentare:

  1. Eine tatsächlich sehr nette Tour, wobei der Anstieg gleich nach Montabaur meiner Meinung nach irgendwie umsonst ist, wenn man sowieso nicht vorhat, zur Hütte raufzugehen ...

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    1. Das flüsterte mir mein Führer aus der Alpenrepublik ja auch kurz zuvor, weswegen ich natürlich entsprechend abkürzte :-)

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  2. Vorausperson mit buntem Rucksack14 September, 2021 11:02

    Hach, freut mich, daß Du nicht nur die Bildauswahl im WF nachahmst, sondern auch mein Profilbild als ersten Blickfang in dem Artikel setzt :-D
    Fühle mich immer wieder nach Deutschland zurückversetzt, wenn ich durch Deinen Blog schlendere, vielen Dank dafür! Viel noch Spaß auf den letzten Metern!

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